Karneval auf Gran Canaria

Auf die Kanaren kam der Karneval in seiner dort heute gefeierten Form wohl vor allem durch die Rückkehrer aus den Kolonien. So erinnern nicht nur die Musik, sondem auch die prachtvollen Kostüme während der Umzüge und den zahlreichen Veranstaltungen und Wettbewerben an Rio. Aber bei aller Musik und Tanz und bunter Pracht fehlt auch auf den Kanaren nicht die Satire und Kritik an Politikern, der Gesellschaft oder den alltäglichen Dingen des Lebens.

So üben die Canarios einerseits anhand ihrer einfallsreichen Kostümierung Kritik an den Geschehnissen des vergangenen Jahres oder aktuellen Themen, andererseits sorgen die "Murgas", Gesangsgruppen, die insbesondere auf Gran Canaria gemeinsam mit den "Comparsas", den prachtvoll ausstaffierten Tanzgruppen, das Kamevalsgeschehen bestimmen, für satirische und kritische Töne.

Die Königin und auf Gran Canaria auch die Drag Queen sind es, die auf allen prachtvollen Umzügen, vom Eröffnungskorso bis zur "Apotheose" und den großen Umzügen die absoluten Höhepunkte des Karnevals darstellen.

Ein Spektakel nicht minderer Art ist das grosse "Begräbnis der Sardine", das das Ende der Karnevalstage, die auf den Kanaren traditionell bis zum Sonntag nach dem eigentlichen Kamevalswochenende dauern, eingeläutet. Ein riesiger Pappmaché-Fisch wird von Maspalomas am Strand 6km nach Playa del Ingles gebracht, und dort, unter Musik und Feuerwerk, explodiert die Sardine nach dem seltsamen Trauerzug mit als Papst, Mönchen und Nonnen verkleideten Karnevalsaktivisten, die unter Tränen und Wehklagen vom süssen, exzessiven Leben Abschied nehmen.